Senator Slotkin äußert Bedenken zur Autoindustrie vor Trumps China-Besuch

Frau spricht am Rednerpult vor Senatoren und Flaggen

Kanada lässt bereits Fahrzeuge von BYD und anderen chinesischen Herstellern ins Land – direkt über die Grenze von Michigan. Genau das hat Senator Elissa Slotkin (D-MI) aufgeweckt.

Slotkins Warnung : Wirtschafts- und Sicherheitsrisiko durch chinesische Autos

Elissa Slotkin kennt das Thema chinesischer Autohersteller in Amerika besser als die meisten ihrer Kolleginnen und Kollegen im Senat. Ihr erstes Gesetzgebungsvorhaben als neu gewählte Senatorin, der Connected Vehicle National Security Review Act, befasste sich direkt mit den nationalen Sicherheitsrisiken, die von chinesischen Fahrzeugherstellern ausgehen. Kein Zufall : Slotkin war früher Analystin bei der CIA. Sie weiß, was auf dem Spiel steht.

„Es geht um wirtschaftliche Sicherheit und nationale Sicherheit », erklärte sie gegenüber Road & Track. Ihre Einschätzung ist unmissverständlich : Die Kommunistische Partei Chinas subventioniert ihre Industrie massiv, kopiert ausländisches geistiges Eigentum – bei Drohnen, in der Solarbranche – und überschwemmt dann Märkte mit künstlich verbilligten Produkten. Das Ergebnis ? Die Solarindustrie gehört heute zu 90 Prozent chinesischen Unternehmen, genau wegen dieser Strategie.

Moderne Fahrzeuge sind rollende Datenstaubsauger. Kamerasysteme, Lidar, GPS-Ortung : Ein chinesisches Fahrzeugmodell, das durch amerikanische Städte fährt, sammelt Videomaterial von Militärbasen, Brücken, Tunneln und Stromnetzen. „Das ist ein ganz anderes Kaliber als ein Forschungsbüro in Palo Alto », betont Slotkin. Chinesische Hersteller betreiben zwar bereits F&E-Standorte in den USA – Silicon Valley eingeschlossen –, aber eine Flotte von Alltagsfahrzeugen in amerikanischen Einfahrten bedeutet eine völlig andere Dimension der Datenerfassung.

Folgende Risiken nennt Slotkin konkret in ihren Aussagen :

  • Massenerfassung von Videodaten rund um kritische Infrastruktur
  • Kartierung amerikanischer Städte durch Lidar-Technologie
  • Diebstahl geistigen Eigentums über Universitäten und Forschungseinrichtungen
  • Unterbietung amerikanischer Fahrzeugpreise durch staatliche Subventionen

Trumps Aussagen in Detroit und das bevorstehende Treffen mit Xi Jinping

Im Januar 2026 sorgte Donald Trump beim Detroit Economic Club für Aufsehen. Er erklärte öffentlich, er würde es „lieben », wenn chinesische Autohersteller Produktionsanlagen in Michigan errichten würden – und betonte dabei das Potenzial für neue Arbeitsplätze. Für Slotkin war das ein Alarmsignal. Nicht wegen der Absicht an sich, sondern wegen des Timings : Trump trifft sich am 14. Mai mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping.

„Er testet die öffentliche Meinung mit solchen Aussagen », sagt Slotkin. „Er spricht am 14. Januar über Deals mit chinesischen Autokonzernen, und wenige Monate später trifft er Xi. » Die Senatorin vertraut dem Instinkt, den ihre CIA-Laufbahn geschärft hat : Öffentliche Äußerungen des Präsidenten sind selten zufällig.

Aspekt Trumps Haltung Slotkins Einschätzung
Chinesische Autofabriken in den USA Positiv – Jobschaffung möglich Sicherheits- und Wirtschaftsrisiko
Zölle auf China Teilweise ausgesetzt Weniger Schutz als gegenüber Kanada
Treffen mit Xi Jinping Entspannung der Wirtschaftsbeziehungen Risiko eines zu weitgehenden Entgegenkommens

Was Slotkin besonders beschäftigt : Aktuell liegen die Zölle gegenüber Kanada höher als gegenüber China. Das ist für sie symptomatisch für eine inkohärente China-Politik. „Mal tritt er als Falke auf und nennt China einen militärischen Gegner. Am nächsten Tag macht er Ausnahmen bei den Zöllen. » Diese Unberechenbarkeit macht eine parlamentarische Gegenstrategie schwierig – aber nicht unmöglich.

Senatorin Tammy Baldwin (D-WI) teilt diese Bedenken vollständig. Sie hat gemeinsam mit Slotkin und dem Minderheitsführer Chuck Schumer (D-NY) einen offenen Brief an den Präsidenten verfasst, in dem sie auf die Subventionierungspraxis Pekings und die Datenschutzrisiken hinweisen. Baldwin bringt es klar auf den Punkt : „Nach jahrelangem Betrug durch China bin ich entschlossen, amerikanischen Unternehmen und Arbeitern faire Wettbewerbsbedingungen zu sichern. »

Biparteiliche Koalition als einziger Weg vor dem 14. Mai

Die Zeit drängt. Das Treffen zwischen Trump und Xi ist in wenigen Wochen angesetzt, und niemand im Kongress weiß genau, was dort auf dem Tisch liegen wird. Xi soll anschließend zu einem Gegenbesuch nach Washington kommen – der Kalender lässt kaum Spielraum für parlamentarische Initiativen.

Slotkin selbst gibt sich pragmatisch. „Ich habe keinen Anspruch auf Urheberschaft », sagt sie offen. Was zählt, ist das Ergebnis – nicht ihr Name auf dem Gesetzentwurf. Ihr Ziel ist eine überparteiliche Mehrheit, die über die klassischen Industriestaaten wie Michigan hinausgeht. Senators aus Bundesstaaten ohne direkte Verbindung zur Autoindustrie müssen überzeugt werden, dass dieses Thema sie genauso betrifft.

Frankly : Der Druck auf den Kongress ist real. Kanada hat bereits Abkommen mit BYD, JAC, Chery und MG Motors abgeschlossen. Mexiko ebenfalls. Wenn Trump beim Gipfel in Peking ähnliche Zugeständnisse macht, wird der gesetzgeberische Handlungsspielraum rapide schrumpfen. Slotkins Gesetz von 2025 wird noch beraten – doch die Uhr tickt lauter als die Ausschussdebatten.

Wer denkt, chinesische Elektrofahrzeuge seien nur ein Handelsproblem, unterschätzt die Lage fundamental. Die eigentliche Frage ist nicht, ob amerikanische Käufer einen günstigeren Wagen wollen – natürlich wollen sie das. Die Frage ist, welchen Preis die USA dafür insgesamt zahlen : an Datensouveränität, industrieller Wettbewerbsfähigkeit und geopolitischer Stärke. Slotkin setzt darauf, dass der Kongress diese Rechnung versteht – bevor Trump sie selbst aufmacht.

Jonas
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