Eine unscheinbare Seitenstraße in Yonkers, New York. Kein Schild, das einen sofort beeindruckt, kein glänzender Showroom. Und doch pilgern einige der renommiertesten Klassikwagenhändler der Welt genau hierher, wenn es wirklich schwierig wird. Die Pit Stop Foreign Car Service an der 79 Palisade Avenue ist das, was Kenner als « best-kept secret » bezeichnen würden, obwohl das Geheimnis für Eingeweihte längst kein Geheimnis mehr ist.
Von Triumph bis Testarossa : eine Werkstatt mit außergewöhnlichem Spektrum
Michael Spyropoulos sagt es ohne Umschweife : « Ich arbeite an vielen Dingen, die andere nicht anfassen wollen. » Das ist keine Prahlerei, das ist eine schlichte Tatsache. Wer die Werkstatt betritt, versteht sofort, was er meint. Auf einer Hebebühne leuchtet der einzige je gebaute Großmotor-Intermeccanica in sattem Grün. Darunter wartet ein Jaguar E-Type, dessen Doppelnockenreihenmotor im Licht der Werkstattlampen glänzt. Zwischen zwei Porsches klemmt ein Ferrari Testarossa in schwarz mit rotem Interieur, makellos restauriert.
Dieser Ferrari steht für sich als Beispiel der Arbeit, die hier geleistet wird. Der Wagen lebt in der Stadt und bekommt eine vollständige elektrische Servolenkung eingebaut, speziell angepasst für den urbanen Alltag. « Das ist maßgeschneidert für das Fahrzeug », erklärt Spyropoulos. Er hat diese Umrüstung an der Westküste bereits ein halbes Dutzend Mal durchgeführt. Kein Baukastenprinzip, keine Kompromisse.
Die Liste der Fahrzeuge, die durch diese Werkstatt gerollt sind, liest sich wie ein Katalog der exklusivsten Automobile überhaupt :
- Lamborghini Countach (mehrere Exemplare)
- Ford RS200, das straßenzugelassene Group-B-Rallyeauto
- DeTomaso Guara, entworfen von Marcello Gandini
- Venturi (das französische Sportcoupé der 1990er Jahre, das gegen Porsche GT2 und McLaren F1 antrat)
- Jaguar XJR-15, von dem Spyropoulos nach eigener Aussage mehr individuelle Exemplare repariert hat als irgendjemand sonst
- Mosler MT900
Gleichzeitig steht vor der Tür ein Mustang der 1960er Jahre, und ein Honda Accord der neueren Generation kommt für einen Routinecheck vorbei. Das ist kein Widerspruch, das ist das Geschäftsmodell. Rund 20 bis 30 Schnellserviceaufträge pro Monat laufen hier durch, was für eine Werkstatt dieser Klasse ein beachtliches Volumen darstellt.
Eine Familiengeschichte, gegründet auf echtem Handwerk
Demetrios Spyropoulos eröffnete die Werkstatt 1983. Sein Sohn Michael wuchs zwischen Triumphs und BMWs auf, aber der Vater erkannte früh, dass der Junge mehr brauchte als das, was die eigene Garage lehren konnte. Michael ging ans McPherson College in Kansas, die einzige amerikanische Universität, die einen vierjährigen Bachelor-Studiengang in automobiler Restaurierung anbietet. Dort schraubte er an Pierce Arrows und an einem Patent-Motorwagen, den Mercedes-Benz für das Studienprogramm ausgeliehen hatte.
Nach dem Abschluss arbeitete er neun Jahre bei Fast Cars, Ltd. in Redondo Beach, Kalifornien. Vollrestaurierungen, Concours-Niveau, Pebble Beach. Schon am zweiten Arbeitstag standen zwei Ferrari F50, zwei F40, ein Enzo, ein 250 SWB und ein 275 GTB in der Werkstatt. « Ich habe keine Angst mehr vor seltenen, teuren Autos », sagt er heute. Diese Aussage klingt trocken. Sie ist es auch, und sie ist vollkommen glaubwürdig.
Vor vier oder fünf Jahren kehrte Michael zu Pit Stop zurück. Sein Vater ist offiziell im Ruhestand, flitzt aber während des gesamten Gesprächs durch die Werkstatt und diskutiert mit seinem Sohn, wie man diesen oder jenen Schritt am besten ausführt. Dieses Miteinander zweier Generationen prägt den Charakter des Betriebs.
| Ausbildungsstation | Dauer | Schwerpunkt |
|---|---|---|
| McPherson College, Kansas | 4 Jahre (Bachelor) | Automobile Restaurierung, historische Fahrzeuge |
| Fast Cars, Ltd., Redondo Beach | 9 Jahre | Vollrestaurierung, Concours-Vorbereitung, Ferrari-Spezialfahrzeuge |
| Pit Stop Foreign Car Service, Yonkers | Seit ca. 2021 | Exotische und klassische Fahrzeuge, Alltagsservice |
Spyropoulos bezeichnet sich selbst als das « schwarze Schaf » seines Jahrgangs in McPherson. Viele Kommilitonen brachen ab, als sie erkannten, wie komplex und undankbar dieses Geschäft sein kann. Die meisten Absolventen arbeiten heute bei Premiumhändlern oder betreuen Privatsammlungen mit klar definiertem Markenspektrum. Michael macht beides, und noch viel mehr.
Klassikwagen im Alltag : eine neue Generation von Sammlern
Michael Spyropoulos ist 36 Jahre alt und repräsentiert eine Verschiebung, die den Klassikwagenmarkt gerade grundlegend verändert. Die Baby-Boomer-Generation gibt das Steuer ihrer Sammlungen zunehmend ab. Eine jüngere Käuferschicht übernimmt, mit einem anderen Ansatz : Diese Fahrzeuge sollen fahren, nicht nur in Garagen stehen. Investitionsobjekt und Gebrauchsgegenstand sind keine Gegensätze mehr.
Ein luftgekühlter Porsche steht in der Werkstatt. Der Besitzer kommt aus Williamsburg, Brooklyn. Er hat auf dem Weg zur Werkstatt seine Kupplung verloren. Solche Porsches haben in den letzten Jahren Preise erreicht, die für Durchschnittsenthusiasten längst nicht mehr erschwinglich sind, und trotzdem benutzt dieser Mann seinen als Alltagsfahrzeug. Genau dafür braucht man eine Werkstatt wie Pit Stop.
Spyropoulos selbst fährt einen BMW M3 der E36-Generation, den er in Kalifornien von Grund auf aufgebaut hat. Motor : S54, aus der späteren E46-Generation. Lackierung : selbst gemacht. Mittlerweile hat der Wagen genug Kratzer und Beulen, um ihn ohne Nervosität zu fahren. Das ist keine Pose, das ist Überzeugung.
Pit Stop braucht übrigens Verstärkung. Tom, der einzige weitere Mechaniker, ist in einen anderen Bundesstaat gezogen. Interessierte Bewerber können einfach vorbeikommen, an der 79 Palisade Avenue in Yonkers. Wer Klassiker wirklich liebt und versteht, findet dort vermutlich den interessantesten Arbeitsplatz in der gesamten Branche.
- GTA 6 Netflix : Rockstars Auto-Revolution - août 8, 2026
- Autowerkstatt : Reparatur außergewöhnlicher Autos - août 8, 2026
- Carrefour PS5-Angebot schlägt Konkurrenz vor GTA-Release - août 2, 2026



