Fast 1.500 Fahrzeuge, über 200 Weltpremieren – die Automesse Peking 2026 sprengt jede Dimension. Wer nicht vor Ort war, hat einiges verpasst. Hier sind die Modelle, über die man noch lange reden wird.
Elektrische Supercars : BYD schlägt zurück
Der chinesische Autokonzern BYD hat in Peking gleich mit zwei Submarken für Aufsehen gesorgt. Denza, eine Tochtergesellschaft von BYD, präsentierte den Denza Z – einen Elektro-Supersportwagen, der bereits im vergangenen Jahr in Shanghai als Konzeptstudie debütierte und nun serienreif ist. Das Fahrzeug wird in drei Varianten angeboten :
- Hardtop-Coupé
- Softtop-Cabriolet
- Hardcore-Trackversion für die Rennstrecke
Über 1.000 PS, weniger als zwei Sekunden auf 100 km/h – und das ist keine Marketingübertreibung. Der Z setzt auf Steer-by-Wire, magnetorheologische Dämpfer und ein Schnellladesystem, das auf speziellen BYD-Ladesäulen bis zu 1.500 Kilowatt zieht. Zum Vergleich : Die meisten Schnelllader in Europa liefern gerade mal 150 bis 350 kW. Das ist eine andere Liga.
Nicht weniger radikal ist der Fangchengbao Formula X, ebenfalls von BYD. Dieses offene Hochleistungsfahrzeug leitet sich vom Super-9-Konzept aus dem Jahr 2024 ab und tritt mit einer langen Motorhaube, geschwungenen Kotflügeln und einem Karosserierahmen aus Kohlefaser an. Der elektrische Dreimotor-Antrieb soll ebenfalls 1.000 PS und 1.000 Nm Drehmoment leisten. Die Serienversion erscheint 2027 – wer Geduld hat, wird belohnt.
Fangchengbao zeigte in Peking außerdem eine ganze Familie unter dem Formula-Label : den Formula S, den größeren Formula SL und den Formula S GT als Kombi. Diese Modelle sind mit einer 800-Volt-Architektur und demselben Dreimotor-System ausgestattet, das 1.000 PS mobilisiert. Optisch nehmen sie den Kampf mit dem Porsche Panamera auf – kein bescheidener Anspruch, aber der Vergleich ist durchaus gerechtfertigt. Sie sollen noch 2026 in China auf den Markt kommen.
Erschwinglich und leistungsstark : der Leapmotor B05 Ultra
Nicht alles in Peking dreht sich um Supercars mit astronomischen Preisschildern. Der Leapmotor B05 Ultra beweist, dass Elektromobilität auch bezahlbar sein kann – und zwar ernsthaft bezahlbar. In China kostet er umgerechnet rund 18.135 US-Dollar. Zum Vergleich : Das Basismodell B05 soll in Europa für etwa 31.000 Dollar angeboten werden.
Das Fahrzeug misst 4.488 mm in der Länge, entspricht also etwa einem Mazda 3 Fließheck, und trägt den Beinamen Lafa5 Ultra in China. Der hintere Elektromotor leistet 241 PS und beschleunigt das Auto in rund fünf Sekunden auf 100 km/h. Die Reichweite überschreitet laut Hersteller die 480-km-Marke deutlich. Stellantis hält rund 20 Prozent an Leapmotor – eine Beteiligung, die erklärt, warum der B05 bald auf europäischen Straßen zu sehen sein wird.
| Modell | Leistung | 0–100 km/h | Preis (CN) |
|---|---|---|---|
| Denza Z | > 1.000 PS | < 2,0 s | k. A. |
| Fangchengbao Formula X | 1.000 PS | k. A. | k. A. |
| Leapmotor B05 Ultra | 241 PS | ~5,0 s | ~18.135 $ |
| Lynk & Co Time to Shine GT | k. A. | < 2,0 s | k. A. |
Der B05 Ultra ist kein Traumauto – er ist ein Alltagsfahrzeug mit echten Fahrleistungen. Für europäische Käufer, die E-Mobilität nicht nur als Statement, sondern als praktische Entscheidung treffen wollen, könnte dieses Modell interessanter sein als viele teure Alternativen aus heimischer Produktion.
Konzepte, die den Weg weisen : Peugeot und Lynk & Co
Peugeot reiste mit gleich zwei Konzeptfahrzeugen nach Peking – dem Concept 6 und dem Concept 8. Beide wurden für den chinesischen Markt entwickelt und zeigen eine neue Designsprache, die deutlich aggressiver auftritt als das aktuelle Serienangebot der Franzosen. Das Concept 6 trägt eine elegante Kombilimousinen-Karosserie, während das Concept 8 als hochgelegter SUV daherkommt.
Beiden gemein ist eine markante Front mit drei horizontalen LED-Streifen, die an die Kratzspuren des Löwen – dem Maskottchen der Marke – erinnern sollen. Technische Details ? Fehlanzeige. Stellantis, dem Peugeot gehört, kommuniziert hier über visuelle Wirkung. Das ist frustrierend für Technikfans, aber für eine Designstudie vollkommen legitim. Die Karosserielinien wirken jedenfalls schärfer und selbstbewusster als alles, was Peugeot zuletzt gezeigt hat.
Lynk & Co, eine Marke unter dem Geely-Dach, präsentierte das Konzeptfahrzeug „Time to Shine GT ». Der Name klingt seltsam, das Fahrzeug sieht fantastisch aus. Dieser zweitürige Grand Tourer kombiniert eine lange Motorhaube mit kraftvollen Linien an der Karosserie und einem Heckflügel, der sich im Sportmodus automatisch ausfährt – gemeinsam mit einem vorderen Spoiler und einer Tieferlegung der Federung um 15 mm.
Lynk & Co gibt an, dass das Fahrzeug hinterradgetrieben ist und unter zwei Sekunden auf 100 km/h beschleunigt. Ob Elektro, Verbrenner oder Hybrid den Antrieb stellt, bleibt offen. Für ein Konzeptauto ist das eine mutige Leistungsbehauptung – und eine, die neugierig macht. Der chinesische Automobilmarkt produziert gerade Konzepte, die westliche Hersteller vor ernsthafte Konkurrenz stellen. Die Messe Peking 2026 hat das eindrucksvoll bestätigt.
- Trump erhöht EU-Autozölle auf 25% - mai 3, 2026
- Trump droht Truppenabzug aus Deutschland an - avril 30, 2026
- GTA 6 : Take-Two klärt endlich den Preis vor dem Release - avril 28, 2026



