Der Elektrofahrzeug-Startup Slate Auto, der mit Unterstützung von Jeff Bezos gegründet wurde, steht kurz vor einem wichtigen Meilenstein. Das Unternehmen plant den Marktstart seines erschwinglichen Elektro-Pickups – und vollzieht dabei gleichzeitig einen bedeutenden Führungswechsel an der Spitze.
Peter Faricy übernimmt das Steuer bei Slate Auto
Slate Auto hat einen neuen Chef ernannt. Peter Faricy, ehemaliger Vizepräsident von Amazon Marketplace, übernahm am Montag offiziell die Rolle des Chief Executive Officers. Diese Personalie bestätigte Jeff Jablansky, Sprecher von Slate Auto, gegenüber dem Technologiemagazin TechCrunch.
Faricy war zuletzt als Berater bei McKinsey und beim Risikokapitalgeber Bessemer Venture Partners tätig. Er verließ seine Beraterfunktion bei Bessemer, um die Führung von Slate zu übernehmen. Das Wirtschaftsmagazin Newsweek berichtete als erstes über diese Personalie.
Der Hintergrund von Faricy macht ihn zu einer strategisch interessanten Wahl. Amazon-Gründer Jeff Bezos hat Slate Auto mitfinanziert, ebenso wie der frühere Amazon-Manager Diego Piacentini. Hinzu kommt, dass Jeff Wilke, einer der Mitgründer von Slate, einst als Consumer-CEO bei Amazon tätig war. Dieser Bezug zu Amazon ist kein Zufall :
- Die Leiterin des Mobilitätsteams kommt von Amazon.
- Die UX/UI-Verantwortliche arbeitete zuvor bei Amazon.
- Der E-Commerce-Chef hat ebenfalls eine Amazon-Vergangenheit.
- Auch die Leiter der Bereiche Fleet Sales und HR waren bei Amazon tätig.
„Peters Erfahrung beim Aufbau von Amazon Marketplace war für uns wirklich entscheidend », erklärte Jablansky. Faricy übernimmt die CEO-Position zu einem kritischen Zeitpunkt, kurz bevor das Unternehmen rund 160.000 Vorbestellungen in verbindliche Fahrzeugbestellungen umwandeln will.
Christine Barman : vom CEO zur Präsidentin für Fahrzeuge
Die bisherige CEO Christine Barman wechselt in eine neue Funktion. Sie übernimmt die Rolle der Präsidentin für Fahrzeuge und soll dabei sicherstellen, dass der Elektro-Pickup pünktlich und im Kostenrahmen ausgeliefert wird. Jablansky betonte, Barman werde „alles tun, was nötig ist », um dieses Ziel zu erreichen.
Barman war die allererste Angestellte bei Slate Auto und hatte das Unternehmen maßgeblich geprägt. Sie kam aus der Automobilindustrie, wo sie eine langjährige Karriere bei Chrysler hinter sich hatte. Ihr Abgang aus der CEO-Rolle ist überraschend, aber strategisch nachvollziehbar : Faricy bringt digitale Vertriebskompetenz mit, die für den bevorstehenden Launch entscheidend sein dürfte.
Barman war zudem eine der wenigen Frauen, die einen amerikanischen Automobilhersteller geführt haben. Sie war das Gesicht des Unternehmens, seit es im April 2025 aus seiner Geheimhaltungsphase hervortrat. Zuvor war das Projekt intern unter dem Namen „Re :Car » bekannt, entwickelt im Rahmen von Re :Build Manufacturing, einem Fertigungsinkubator in Massachusetts.
In einem Werbevideo vom vergangenen Monat hatte Barman angedeutet, dass der Startpreis des Elektro-Pickups im Juni offiziell bekanntgegeben werde.
Ein erschwingliches Elektroauto unter veränderten Rahmenbedingungen
Slate Auto hatte ursprünglich versprochen, seinen Pickup für unter 20.000 US-Dollar anzubieten. Doch die politischen Entwicklungen in den USA haben diesen Plan verändert. Der Wegfall der bundesstaatlichen Steuerförderung für Elektrofahrzeuge – beschlossen durch den Kongress und die Trump-Administration – zwang das Unternehmen zur Neuausrichtung seiner Preisstrategie.
| Aspekt | Frühere Planung | Aktuelle Planung |
|---|---|---|
| Einstiegspreis | Unter 20.000 USD | Mittlere 20.000er-USD-Bereich |
| Steuerförderung | Bundes-EV-Steuergutschrift verfügbar | Steuergutschrift abgeschafft |
| Preisbekanntgabe | Nicht terminiert | Für Juni 2026 angekündigt |
| Vorbestellungen | Wachstumsphase | Ca. 160.000 rückzahlbare Reservierungen |
Slate Auto hat bisher rund 700 Millionen US-Dollar von Bezos und anderen vermögenden Geldgebern eingesammelt. Das Unternehmen plant, seinen Einstiegs-Pickup in den mittleren 20.000er-Dollar-Bereich zu positionieren. Käufer sollen das Fahrzeug zudem vielseitig anpassen können, zum Beispiel durch den Umbau zu einem SUV – allerdings gegen einen Aufpreis.
Die Kombination aus niedrigem Basispreis, flexibler Konfiguration und einer Warteliste von 160.000 Interessenten zeigt, wie groß die Nachfrage nach einem wirklich erschwinglichen Elektrofahrzeug in den USA ist. Der Marktstart wird zeigen, ob Slate diese Erwartungen erfüllen kann – trotz der politischen und wirtschaftlichen Hindernisse auf dem Weg dorthin.
Der Führungswechsel kurz vor dem Marktstart wirkt zwar ungewöhnlich, aber er spiegelt die klare Strategie des Unternehmens wider : Barmans technisches Fachwissen in der Fahrzeugentwicklung bleibt erhalten, während Faricy seine digitale Vertriebserfahrung einbringt. Für Slate Auto könnte diese Kombination genau das sein, was nötig ist, um den Launch seines Elektro-Pickups zum Erfolg zu machen.
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