Schweden besiegt Deutschland und sichert sich den ersten Platz in Gruppe C bei der Europameisterschaft

Schweden besiegt Deutschland und sichert sich den ersten Platz in Gruppe C bei der Europameisterschaft

Die schwedische Nationalmannschaft zeigte am Samstagabend in Zürich eine beeindruckende Leistung gegen Deutschland und sicherte sich mit einem deutlichen 4:1-Sieg den ersten Platz in der Gruppe C der Fußball-Europameisterschaft der Frauen. Trotz eines frühen Rückstands demonstrierten die Skandinavierinnen ihre Stärke und nutzten die numerische Überlegenheit nach einer roten Karte gegen die deutsche Mannschaft konsequent aus.

Dramatischer Spielverlauf mit früher Führung und schnellem Ausgleich

Die deutsche Nationalmannschaft, amtierende Vize-Europameisterinnen, startete energisch in die Partie und erspielte sich bereits in den ersten Minuten mehrere gute Möglichkeiten. Die Angriffsbemühungen wurden in der 7. Spielminute belohnt, als die Lyoner Stürmerin Jule Brand nach einem präzisen Zuspiel von Carlotta Wamser mit einem gekonnten Schuss ins lange Eck die deutsche Führung erzielte.

Die Freude währte jedoch nur kurz. Bereits fünf Minuten später schlug Schweden zurück. Stina Blackstenius nutzte einen schnellen Konter und überwand die deutsche Torhüterin Ann-Katrin Berger mit einem flachen Schuss zum 1:1-Ausgleich. Die ehemalige PSG-Keeperin wirkte bei dieser Aktion unentschlossen und konnte den Einschlag nicht verhindern.

Die schwedische Mannschaft übernahm zunehmend die Kontrolle und ging in der 25. Minute durch einen glücklichen Treffer in Führung. Verteidigerin Smilla Holmberg setzte auf der rechten Seite ihre physische Stärke ein und profitierte von einem missglückten Klärungsversuch der deutschen Abwehrspielerin Sarai Linder, die den Ball unglücklich an Holmbergs Bein prallen ließ, von wo aus er in hohem Bogen über Berger ins Tor flog.

Entscheidende Spielszene sorgt für klare Verhältnisse

Der Wendepunkt der Begegnung ereignete sich in der 31. Minute, als die deutsche Spielerin Carlotta Wamser einen Schuss von Fridolina Rolfö auf der Torlinie mit dem Arm abwehrte. Die Schiedsrichterin zeigte Wamser sofort die rote Karte, was die ohnehin schon wankende deutsche Abwehr weiter schwächte.

Rolfö, die in diesem Spiel ihr 100. Länderspiel feierte, verwandelte den fälligen Strafstoß souverän mit dem linken Fuß und baute die schwedische Führung auf 3:1 aus. Mit diesem komfortablen Vorsprung und in Überzahl kontrollierte das Team von Trainer Peter Gerhardsson das Geschehen auf dem Platz.

In der zweiten Halbzeit verwalteten die Schwedinnen zunächst ihren Vorsprung, ehe sie in der 80. Minute den Schlusspunkt setzten. Nach einer mustergültigen Kombination bediente Rytting Kaneryd ihre Mitspielerin Lina Hurtig, die zum 4:1-Endstand einschob und damit den überzeugenden Auftritt der schwedischen Mannschaft krönte.

Statistik des Spiels Schweden – Deutschland

Statistik Schweden Deutschland
Tore 4 1
Ballbesitz 58% 42%
Torschüsse 14 8
Gelbe Karten 1 2
Rote Karten 0 1

Auswirkungen auf den weiteren Turnierverlauf

Durch diesen überzeugenden Sieg sichert sich Schweden den ersten Platz in der Gruppe C und geht mit viel Selbstvertrauen in die K.o.-Phase des Turniers. Beide Teams hatten sich bereits vor diesem « Gruppenfinale » für das Viertelfinale qualifiziert, da sie ihre ersten beiden Spiele jeweils gewonnen hatten.

Für die deutsche Mannschaft bedeutet diese Niederlage nicht nur den Verlust des Gruppensiegs, sondern auch eine psychologisch belastende Situation vor dem anstehenden Viertelfinale. Zusätzlich muss das Team von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg auf ihre verletzte Kapitänin Giulia Gwinn verzichten, die sich im Spiel gegen Polen eine Knieverletzung zugezogen hatte.

Die möglichen Viertelfinal-Paarungen sind nun klar: Sollte Frankreich am Sonntag die Gruppe D als Tabellenführer abschließen, würde die Équipe Tricolore auf Deutschland treffen. Dieses potenzielle Viertelfinale würde am kommenden Samstag um 21 Uhr in Basel stattfinden.

Bemerkenswert ist die historische Dimension dieser Niederlage für die deutsche Mannschaft:

  • Es ist erst die zweite Niederlage Deutschlands in einem EM-Gruppenspiel seit Einführung der Gruppenphase 1997
  • Die letzte Gruppenphasen-Niederlage datiert aus dem Jahr 2013 gegen Norwegen (0:1)
  • Damals konnte Deutschland trotz der Niederlage den EM-Titel gewinnen
  • Deutschland hat eine beeindruckende Bilanz von 18 Siegen und 4 Unentschieden in EM-Gruppenspielen

Weitere Ergebnisse der Gruppe C

Im zweiten Spiel der Gruppe C trafen mit Dänemark und Polen zwei bereits ausgeschiedene Teams aufeinander. Die polnische Mannschaft konnte ihren ersten Sieg im Turnier feiern, nachdem sie in den beiden vorherigen Spielen ohne eigenen Treffer geblieben war.

Natalia Padilla erzielte den ersten polnischen Treffer bei dieser Europameisterschaft, bevor Barcelona-Stürmerin Ewa Pajor und Kölns Verteidigerin Martyna Wiankowska nachlegten. Die dänische Mannschaft kam durch Tore von Janni Thomsen (59.) und Signe Bruun (83.) noch einmal heran, beendete das Turnier aber dennoch ohne Punktgewinn als Tabellenletzter.

Die Ergebnisse aller Gruppenspiele unterstreichen die Qualität der schwedischen und deutschen Nationalmannschaften, die sich deutlich von der Konkurrenz in Gruppe C absetzen konnten. Während Schweden nun mit großem Selbstbewusstsein in die K.o.-Runde geht, muss Deutschland schnell die richtigen Schlüsse aus dieser Niederlage ziehen, um im Viertelfinale wieder zu alter Stärke zurückzufinden.

Elena
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