Das dritte Quartal 2026 ist vorbei, und die Verkaufszahlen sprechen eine klare Sprache. Manche Hersteller feiern Rekorde, andere kämpfen ums Überleben. Hier ist meine unverblümte Analyse der größten Gewinner und Verlierer im US-Automarkt von Juli bis September 2026.
Die großen Gewinner : Wer Q3 2026 dominiert hat
Kia ist für mich der klare Star dieses Quartals. Mit 236.659 verkauften Einheiten stellte die koreanische Marke einen neuen Q3-Rekord auf, 8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Schlüssel zum Erfolg ? Das komplett überarbeitete Seltos-SUV schoss um satte 70 Prozent nach oben auf 25.703 Einheiten. Gleichzeitig legte der Sorento um 21 Prozent zu, der Telluride um 18 Prozent und der Sportage um 8 Prozent. Selbst der Carnival-Van überraschte mit plus 19 Prozent. Die Limousinen K4 und K5 kletterten ebenfalls um 17 bzw. 13 Prozent. Kurzum : Kia liefert gerade auf ganzer Linie.
Hyundai, der Konzernbruder von Kia, erzielte ebenfalls ein Rekordergebnis im dritten Quartal, mit einem Plus von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Tucson war dabei das Zugpferd : 64.075 verkaufte Einheiten, ein Anstieg um 23 Prozent. Interessant ist auch das Comeback der Limousinen, der Elantra legte um 18 Prozent zu und der Sonata sogar um 34 Prozent. Das zeigt, dass Hyundai nicht nur SUVs verkaufen kann.
Frankly überrascht hat mich der Ram 1500. Stellantis ist insgesamt in der Krise, doch dieser Pick-up hat in Q3 mit 76.650 Einheiten einen Sprung von 73 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gemacht. Kumuliert stehen damit 202.147 Einheiten nach neun Monaten zu Buche, ein Jahresplus von 41 Prozent. Ein echtes Ausrufezeichen.
Zwei weitere Gewinner verdienen Erwähnung. Erstens der BMW 3er : Obwohl BMW bereits die nächste Generation vorgestellt hat, verabschiedet sich das aktuelle Modell mit Anstand. Im dritten Quartal wurden 11.256 Einheiten verkauft, plus 46 Prozent. Das macht den 3er mit 37 Prozent Wachstum seit Jahresbeginn zum drittbesten Modell im BMW-Portfolio für 2026. Zweitens die Corvette von Chevrolet : 6.585 Verkäufe in Q3, ein Plus von 29 Prozent, und damit knapp über der 20.000er-Marke seit Januar. Besonders bemerkenswert, denn Chevrolet als Marke ist insgesamt um 5 Prozent in Q3 und 6 Prozent auf Jahresbasis gefallen.
| Gewinner Q3 2026 | Einheiten Q3 | Veränderung YoY |
|---|---|---|
| Kia (gesamt) | 236.659 | +8 % |
| Kia Seltos | 25.703 | +70 % |
| Hyundai Tucson | 64.075 | +23 % |
| Ram 1500 | 76.650 | +73 % |
| BMW 3er | 11.256 | +46 % |
| Chevrolet Corvette | 6.585 | +29 % |
Die Verlierer : Marken und Modelle unter Druck im dritten Quartal
Cadillac hat ein Problem, und das ist kein kleines. Die GM-Luxusmarke verzeichnete im dritten Quartal einen Rückgang von 30 Prozent, auf Jahresbasis sogar minus 25 Prozent. Das Elektro-SUV-Portfolio der Marke bricht regelrecht ein : Der Lyriq stürzte um 51 Prozent ab, der Vistiq um 34 Prozent, der Escalade IQ um 29 Prozent, und selbst der vergleichsweise günstige Optiq verlor 7 Prozent. Der traditionelle Escalade mit Verbrennungsmotor fiel ebenfalls um 15 Prozent. Dazu kommt die Einstellung des XT6, die die Gesamtzahlen weiter belastet. Für mich ist Cadillac derzeit das deutlichste Warnsignal bei den etablierten Premiummarken.
Jeep sieht kaum besser aus. Abgesehen vom Ram 1500 steckt Stellantis in echter Schwierigkeiten. Jeep verlor im dritten Quartal 20 Prozent und liegt auf Jahresbasis 8 Prozent im Minus. Der Compass brach um 62 Prozent ein, Grand Cherokee und Grand Wagoneer rutschten je um 30 Prozent ab. Der elektrische Wagoneer S ? Nur 146 Einheiten in Q3, ein Rückgang von 96 Prozent. Das ist kein schlechtes Ergebnis mehr, das ist eine Katastrophe.
Ford als Gesamtmarke ist ebenfalls ein Verlierer dieses Quartals. Mit 490.276 Einheiten in Q3 steht ein Minus von 6 Prozent, auf Jahresbasis sind es sogar 8 Prozent weniger. Der F-150 verlor 2 Prozent, und der Escape wird nach seiner Einstellung nur noch mit 28.826 Einheiten auf Jahresbasis geführt, ein Rückgang von 75 Prozent. Das einzige Ford-Elektromodell, der Mustang Mach-E, fiel in Q3 um 72 Prozent auf lediglich 5.574 Einheiten.
Das ist der Punkt, an dem ich direkt sein muss : Elektrofahrzeuge haben in Q3 2026 dramatisch gelitten. Folgende Modelle zeigen das Ausmaß der Krise :
- Hyundai Ioniq 5 : minus 53 Prozent in Q3, minus 24 Prozent auf Jahresbasis
- Hyundai Ioniq 9 : minus 47 Prozent in Q3
- Kia EV6 : minus 57 Prozent in Q3, minus 77 Prozent auf Jahresbasis
- Kia EV9 : minus 28 Prozent in Q3
- Chevrolet Equinox EV : minus 92 Prozent in Q3, nur 1.905 Einheiten
- Chevrolet Blazer EV : minus 84 Prozent in Q3, nur 1.261 Einheiten
- Genesis GV60 : minus 53 Prozent auf Jahresbasis, nur 816 Einheiten
Chevrolets Elektromodelle sind besonders hart getroffen. Der Silverado EV verlor 58 Prozent, der GMC Sierra EV 51 Prozent. Und der wiederbelebte Bolt kommt seit Jahresbeginn auf magere 8.090 Einheiten. Selbst bei Hyundai und Kia, die insgesamt gut abgeschnitten haben, wächst das Elektrosegment nicht mehr. Das ist ein strukturelles Problem, kein kurzfristiger Einbruch.
Was diese Zahlen für Q4 2026 bedeuten
Das letzte Quartal des Jahres wird entscheidend. Hersteller wie Cadillac und Jeep stehen vor einer strategischen Frage : Wie viel Rabatt kann man sich leisten, um Elektromodelle überhaupt noch zu verkaufen ? Der Markt sendet ein klares Signal : Verbrenner und klassische SUVs dominieren weiterhin. Kia und Hyundai beweisen, dass man mit soliden Verbrenner-SUVs 2026 noch sehr stark wachsen kann.
Mein Rat für Autokäufer : Wer in Q4 ein Elektrofahrzeug kaufen möchte, hat vermutlich sehr gute Verhandlungsmöglichkeiten bei Händlern, die auf Lagerbeständen sitzen. Bei Modellen wie dem Equinox EV oder dem Mach-E dürften die Rabatte erheblich sein. Für alle anderen gilt : Die Nachfrage nach beliebten SUVs wie dem Tucson oder dem Ram 1500 bleibt hoch, dort ist wenig Verhandlungsspielraum zu erwarten. Die Jahresendzahlen werden zeigen, ob die EV-Krise ein vorübergehendes Phänomen ist oder den Beginn einer tiefgreifenden Neuausrichtung des Marktes markiert.
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