Anfang Mai 2026 schlug Donald Trump erneut auf dem transatlantischen Handelsparkett zu. Auf seiner Plattform Truth Social kündigte der US-Präsident an, die Zölle auf Autos und Lastwagen aus der Europäischen Union ab der kommenden Woche auf 25 Prozent anzuheben. Kein Vorwarnschreiben, keine diplomatische Geste – eine schlichte Ankündigung, die in Brüssel und München für Unruhe sorgte.
Trumps Ankündigung : Was steckt dahinter ?
Trump begründete den Schritt mit einem klaren Vorwurf : Die EU halte sich nicht an einen gemeinsam vereinbarten Handelspakt. „Die Europäische Union hält sich nicht an unser vollständig vereinbartes Handelsabkommen », schrieb er. Wer hingegen Fahrzeuge in US-amerikanischen Werken produziert, zahlt keinen Zoll – so die ausdrückliche Ausnahmeregel in seiner Erklärung. Das ist keine neue Strategie, sondern klassischer Trump : Investiere in Amerika, oder zahle den Preis.
Das Weiße Haus legte nach und erklärte, die EU habe bei den vereinbarten Verpflichtungen „keine wesentlichen Fortschritte » erzielt. Ein Sprecher betonte, der Präsident behalte sich stets das Recht vor, Zollsätze anzupassen, wenn Handelspartner ihre Zusagen nicht einhalten. Das klingt nach einer Eskalationsstrategie, die mehr Verhandlungsdruck erzeugen als echten Protektionismus betreiben soll.
Technisch soll die Anhebung über Section 232 des Trade Expansion Act erfolgen – derselbe Paragraph, auf den sich Trump bereits 2025 stützte, als er pauschal 25 % Zölle auf importierte Fahrzeuge und bestimmte Autoteile einführte. Diese Zölle sind noch immer in Kraft. Der neue Beschluss würde die EU-spezifischen Abgaben unter diesem Rahmen erhöhen.
Bemerkenswert ist der rechtliche Kontext. Der Oberste Gerichtshof der USA erklärte im Februar 2026 in einem 6 :3-Urteil einen Großteil von Trumps Zollagenda für rechtswidrig. Die auf dem International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) gestützten „reziproken » Zölle wurden vom Gericht verworfen : Das Gesetz ermächtige den Präsidenten schlicht nicht, Einfuhrzölle zu erheben. Trump reagierte schnell und ordnete per Exekutivdekret einen neuen globalen Zolltarif von 10 % an – basierend auf Section 122 des Trade Act von 1974, allerdings mit einer Laufzeitbegrenzung von 150 Tagen. Kurz darauf kündigte er an, diesen Satz auf 15 % zu erhöhen. Section 232 hingegen bietet eine robustere rechtliche Grundlage und wird nun gezielt für die EU eingesetzt.
Welche Automarken trifft es am härtesten ?
Nicht alle europäischen Hersteller sind gleich betroffen. Der entscheidende Faktor ist simpel : Wie viele Fahrzeuge werden in Europa gefertigt und dann in die USA exportiert ? Drei Namen stehen dabei im Mittelpunkt.
| Hersteller | Produktionsstandort (Hauptexport USA) | US-Absatz (geschätzt 2025) |
|---|---|---|
| Mercedes-Benz | Deutschland (Sindelfingen, Bremen) | ca. 280.000 Einheiten |
| BMW | Deutschland (München, Dingolfing) + Spartanburg (USA) | ca. 390.000 Einheiten |
| Volkswagen | Deutschland, Tschechien, Spanien | ca. 110.000 Einheiten |
BMW hat gegenüber den anderen einen strukturellen Vorteil : Das Werk in Spartanburg, South Carolina, ist das größte BMW-Produktionswerk weltweit und beliefert direkt den US-Markt. Wer dort baut, zahlt nichts – genau das ist Trumps Botschaft. Mercedes und Volkswagen hingegen fertigen den Großteil ihrer für Amerika bestimmten Modelle in Europa. Für diese beiden Konzerne könnten 25 % Zölle schnell Miliardenbeträge kosten.
Merken Sie sich folgende Punkte, die die Tragweite dieser Maßnahme verdeutlichen :
- Höhere Importkosten treffen direkt die Gewinnmargen der Hersteller
- Preiserhöhungen für US-Verbraucher sind bei Fahrzeugen aus Europa wahrscheinlich
- Verlagerungen der Produktion in die USA könnten mittelfristig folgen
- Europäische Zulieferer geraten indirekt unter Druck
Volkswagen hat bereits in den vergangenen Jahren über eine Ausweitung seiner US-Produktion nachgedacht. Trumps Druck könnte diesen Prozess beschleunigen – allerdings dauern solche Standortentscheidungen Jahre, nicht Wochen.
Die EU-Reaktion und der fragile Handelspakt
Brüssel reagierte gemessen, aber unmissverständlich. Ein Sprecher der Europäischen Kommission betonte, man stehe in engem Kontakt mit den US-amerikanischen Partnern und suche Klarheit über die amerikanischen Verpflichtungen. Die offizielle Linie : Man bleibe einem „verlässlichen und gegenseitig vorteilhaften transatlantischen Verhältnis » verpflichtet. Doch der Satz danach hat es in sich – falls die USA Maßnahmen ergreifen, die dem gemeinsamen Statement widersprechen, „behalten wir uns alle Optionen offen, um EU-Interessen zu schützen. »
Das sind keine leeren Worte. Im Februar 2026 hatte die EU bereits signalisiert, dass der Handelspakt mit den USA auf der Kippe steht, nachdem Trump damals neue Zollsätze angekündigt hatte. Die EU verschob damals ihre geplante Abstimmung über das Abkommen. Seitdem herrscht Eiszeit, die mit dieser neuen Ankündigung noch kälter wird.
Die EU besteht darauf, normale Gesetzgebungsverfahren einzuhalten – was Trump als Tatenlosigkeit auslegt. Das ist der Kern des Missverständnisses, oder vielleicht auch des kalkulierten Konflikts : Washington will schnelle Ergebnisse, Brüssel arbeitet mit demokratischen Institutionen und 27 Mitgliedstaaten.
Was Unternehmen und Investoren jetzt im Blick behalten sollten
Frankly gesagt : Wer in der Automobilbranche tätig ist, sollte diese Entwicklung nicht als bloßes politisches Theater abtun. Die Zölle von 2025 auf importierte Fahrzeuge sind nach wie vor aktiv – und wurden nicht zurückgenommen. Ein Aufschlag auf 25 % für EU-Hersteller wäre eine deutliche Verschärfung, keine symbolische Geste.
Für Investoren bedeutet das konkret : Mercedes-Benz und Volkswagen-Aktien reagieren typischerweise sensibel auf Zollanküfndigungen aus Washington. Analysten der Deutschen Bank hatten bereits 2025 berechnet, dass ein dauerhafter 25-%-Zoll auf europäische Fahrzeuge den operativen Gewinn von Mercedes um bis zu 15 % drücken könnte. Diese Schätzung gewinnt heute an Relevanz.
Unternehmen, die noch keine US-Produktionskapazitäten aufgebaut haben, sollten jetzt ernsthaft prüfen, ob Joint Ventures mit amerikanischen Partnern oder Greenfield-Investitionen wirtschaftlich Sinn ergeben. Die Botschaft aus dem Weißen Haus ist konsistent und wiederholbar : Wer in den USA baut, ist sicher. Wer exportiert, zahlt.
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