Großer Radarmarathon in Deutschland : Polizei plant flächendeckende Geschwindigkeitskontrollen

Polizisten führen Geschwindigkeitskontrolle mit Radargerät durch

367 Menschen starben im Jahr 2025 auf den Straßen Baden-Württembergs – in fast 40 % der Fälle war überhöhte Geschwindigkeit die Hauptursache. Diese Zahl allein erklärt, warum die deutsche Polizei jedes Jahr zum sogenannten Blitzermarathon aufruft. Und die nächste Ausgabe steht kurz bevor.

Was ist der Blitzermarathon und wann findet er statt ?

Vom 13. bis 19. April 2026 führt die Polizei in ganz Deutschland großangelegte Geschwindigkeitskontrollen durch. Der Begriff „Blitzermarathon » ist dabei Programm : Über mehrere Tage hinweg werden Messgeräte an Autobahnen, Landstraßen und innerorts aufgestellt – in einer Dichte, die man sonst kaum erlebt. Das ist kein gewöhnlicher Kontrolltag, sondern eine koordinierte Aktion über fast alle Bundesländer hinweg.

Der Höhepunkt dieser Woche liegt auf dem Mittwoch, den 15. April. An diesem Tag plant die Polizei die intensivsten Messungen des gesamten Aktionszeitraums. Wer also meint, er könne den Blitzer schon irgendwie umfahren – ich rate dringend davon ab. Die Kontrolldichte an diesem Tag ist schlicht außergewöhnlich.

Wichtig zu wissen : Diese Aktion findet in nahezu allen Bundesländern statt. Die einzige Ausnahme bildet das Saarland, das sich traditionell nicht beteiligt. Alle anderen Länder machen mit – mal mehr, mal weniger intensiv. Ein zweiter, ähnlicher Blitzermarathon folgt übrigens Ende August, also merkt euch das für den Sommer.

Ob Tempo-30-Zone in der Innenstadt oder Autobahnabschnitt mit Geschwindigkeitsbeschränkung – die Kontrollen sind flächendeckend angelegt. Kein Streckentyp bleibt verschont. Das ist der Unterschied zu regulären Tempokontrollen, die oft gezielt auf bekannte Unfallschwerpunkte abzielen.

Elsass-Nachbarn im Fokus : Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz besonders betroffen

Wer aus dem Elsass nach Deutschland fährt, sollte ab dem 13. April besonders wachsam sein. Die beiden Bundesländer, die direkt an Frankreich grenzen – Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz – gehören zu den Regionen, die beim Blitzermarathon besonders stark kontrolliert werden.

Frankreich kennt ähnliche Aktionen, aber in Deutschland läuft das noch systematischer ab. Die Behörden kündigen den Blitzermarathon zwar im Voraus an – das ist sogar Teil der Strategie, denn Abschreckung ist genauso das Ziel wie Repression. Trotzdem solltet ihr nicht darauf vertrauen, dass ihr die genauen Standorte kennt. Die Polizei variiert die Messpunkte.

Bundesland Beteiligung Kontrollorte
Baden-Württemberg Ja, intensiv Autobahn, Landstraße, Ortschaft
Rheinland-Pfalz Ja, intensiv Autobahn, Landstraße, Ortschaft
Saarland Nein
Alle anderen Länder Ja, variabel Je nach Land unterschiedlich

Die Statistiken des Innenministeriums Baden-Württemberg sprechen eine klare Sprache : Zu schnelles Fahren tötet. Allein 2025 verloren im Südwesten 367 Menschen ihr Leben im Straßenverkehr. Das Ministerium selbst nennt Geschwindigkeit als häufigste Einzelursache. Der Blitzermarathon ist daher keine bürokratische Schikane – er ist eine direkte Antwort auf diese Zahlen.

Prävention und Repression : zwei Seiten derselben Medaille

Man kann über Radarkontrollen streiten. Mancher sieht darin vor allem eine Geldquelle für den Staat. Ich sehe das anders : Wenn 40 % der Verkehrstoten auf überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen sind, ist regelmäßiges Messen eine der wirksamsten Maßnahmen, die eine Polizei einsetzen kann.

Der Blitzermarathon verfolgt ausdrücklich beide Ziele gleichzeitig :

  • Prävention : Durch die Ankündigung der Aktion fahren viele Autofahrer die ganze Woche über langsamer – auch dort, wo gerade kein Messgerät steht.
  • Repression : Wer trotzdem zu schnell fährt, riskiert ein Bußgeld, Punkte in Flensburg oder gar ein Fahrverbot.
  • Sensibilisierung : Die Medienberichterstattung rund um den Blitzermarathon erinnert regelmäßig daran, wie gefährlich Geschwindigkeit ist.
  • Datenbasis : Die gesammelten Messergebnisse helfen Behörden, Unfallschwerpunkte besser zu identifizieren.

Frankreichs Pendler und Touristen, die regelmäßig nach Deutschland fahren, sollten das Datum fest einplanen. Eine Überschreitung von 21 km/h innerorts kostet in Deutschland mindestens 80 Euro und einen Punkt in Flensburg. Ab 31 km/h droht bereits ein einmonatiges Fahrverbot. Das sind keine Summen, die man leichtfertig riskieren sollte.

Was ihr jetzt konkret tun solltet, bevor ihr losfährt

Der Blitzermarathon ist angekündigt – das ist euer Vorteil. Nutzt ihn. Wer die Woche vom 13. bis 19. April mit dem Auto in Deutschland unterwegs ist, sollte ein paar einfache Dinge im Hinterkopf haben.

Checkt vor der Abfahrt die geltenden Tempolimits auf eurer Route. Gerade auf Autobahnabschnitten in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gibt es zahlreiche temporäre oder feste Beschränkungen, die Ortsunkundige leicht übersehen. Ein Navigationssystem mit aktuellen Radarwarnungen – soweit in Deutschland legal nutzbar – kann helfen, aber ersetzt nicht das eigene Bewusstsein am Steuer.

Frankreichs Autofahrer sind es gewohnt, auf Anhieb geblitzt zu werden, ohne Vorwarnung. Der deutsche Blitzermarathon bietet die seltene Chance, sich rechtzeitig anzupassen. Fahrt einfach regelkonform – dann ist diese Woche für euch kein Thema. Der Mittwoch, 15. April, ist dabei der kritischste Tag. Wer kann, plant Fahrten in Deutschland an diesem Tag mit besonderer Sorgfalt. Oder lässt das Auto stehen.

Elena
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